Sonntag, 20. April 2008
Eine sympathische Niederlage
kontrastmittel, 14:01h
Borussia Dortmund - FC Bayern München 1:2 n.V.
Es war ein würdiges Pokalfinale, das mit dem FC Bayern überdies den richtigen Sieger hatte. Dennoch hat auch Borussia Dortmund endlich wieder angedeutet, zu welchen Leistungen sie eigentlich imstande sind und wie sehr die Spiele der vergangenen Wochen unter dem Normalniveau lagen. Dies wiederum weist allerdings darauf hin, das beim BVB derzeit unverhältnismäßig viel Potenzial ungenutzt brach liegt und nur auf Freisetzung wartet. Berlin ist aber auch ein weiterer Beleg dafür, wie begeisterungsfähig das Dortmunder Publikum ist und wie sehr es eine leistungsbereite und willensstarke Spitzenmannschaft verdient hat. Doch dass die Begegnung überhaupt zu einem spannenden und vorzeigbaren Finale wurde, ist vor allem der Nachlässigkeit der Bayern zu verdanken, die aus der omnipräsenten Anfangsnervosität der Dortmunder nicht angemessen Kapital schlugen. Nur der Umstand, dass der BVB die ersten dreißig Minuten mit einem schmeichelhaften 0:1-Rückstand überstehen konnte, machte erst den darauf folgenden Kraftakt möglich, welcher mit dem verdienten Ausgleichstreffer in der Nachspielzeit einherging. Nach der erneuten Führung durch Luca Toni, dem Gerd Müller der Postmoderne, hatte Dortmund, das aus dem Nichts vom Gegentor überrascht wurde und in der Verlängerung zunächst an der Sensation zu schnuppern schien, nichts mehr entgegenzusetzen. Trotzdem gab es einige Gewinner auf Seiten der Schwarz-Gelben: Marc Ziegler, der endlich wieder an seine guten Pokal-Vorstellungen anknüpfen konnte; Wörns und Kovac, die eine erstaunlich sichere Innenverteidigung bildeten und nun über einen längeren Zeitraum die Chance zur Bewährung erhalten sollten; Florian Kringe, der mit Durchsetzungskraft und Engagement Inbegriff eines neuen Dortmunder Kampfgeistes wurde.
Vielleicht kann dieses Pokalfinale tatsächlich eine Initialzündung für einen versöhnlichen Bundesliga-Abschluss sein - die Chance dazu sollte man der Mannschaft jedenfalls nicht nehmen, auch wenn vieles gegen eine positive Serie spricht. Zu oft folgten auf gute Ansätze schwache Spiele, zu selten konnte nach guten Leistungen die Spannung bis zum nächsten Spiel aufrecht erhalten werden. Mit dem Erreichen des Uefa-Cups hat die Mannschaft den zweiten Schritt vor dem ersten gemacht - ohne sich in den letzten Jahren in der Bundesliga dauerhaft bewiesen und für einen solchen Wettbewerb empfohlen zu haben. Doch der Uefa-Cup kann auch eine einmalige Chance sein, der Mannschaft die Augen zu öffnen, was alles machbar ist.
Ob Thomas Doll zu diesem Zeitpunkt noch auf Pressekonferenzen seine Floskeln zum Besten geben darf, ist ungewiss. Eine solche Chance zur internationalen Bewährung optimal auszunutzen - dazu gehört eben auch, einen Trainer zu haben, der diesen Anforderungen gewachsen ist. Wer die teils berauschenden Auftritte in der Hinrunde gegen Bremen (3:0) und Bielefeld (6:1) nebst deprimierenden Leistungen gegen Duisburg (1:3) und Nürnberg (0:2) nachvollzogen hat und mit dem Abschneiden des BVBs in der Rückrunde vergleicht, kommt schnell zur Feststellung, dass keine positive Entwicklung stattgefunden hat. Im Gegenteil: Ebendiese positiven Ausreißer wie gegen Bremen und Bielefeld in der Hinserie sind noch seltener geworden und wurden durch uninspirierte, lieblose Auftritte ersetzt. Gelingt es Doll nicht, wenigstens in den verbleibenden Bundesliga-Spielen eine tabellarisch wie spielerisch positive Entwicklung herbeizuführen, disqualifiziert er sich für die kommenden Aufgaben. Denn die Schwächen wie Abwehrverhalten, Spielaufbau und mangelnde Konstanz sind in all den Monaten dieselben geblieben. Dass Doll allerdings - wie gestern im Vorfeld des Endspiels geschehen - öffentlich durch die Verbreitung von Gerüchten so demontiert wird, hat auch ein wenig erfolgreicher Trainer nicht verdient. Aus internen Kreisen wurde die Absicht lanciert, Jürgen Klopp für die nächste Saison als Trainer verpflichten zu wollen - wenige Stunden vor dem vermutlich wichtigsten Saisonspiel.
Es war ein würdiges Pokalfinale, das mit dem FC Bayern überdies den richtigen Sieger hatte. Dennoch hat auch Borussia Dortmund endlich wieder angedeutet, zu welchen Leistungen sie eigentlich imstande sind und wie sehr die Spiele der vergangenen Wochen unter dem Normalniveau lagen. Dies wiederum weist allerdings darauf hin, das beim BVB derzeit unverhältnismäßig viel Potenzial ungenutzt brach liegt und nur auf Freisetzung wartet. Berlin ist aber auch ein weiterer Beleg dafür, wie begeisterungsfähig das Dortmunder Publikum ist und wie sehr es eine leistungsbereite und willensstarke Spitzenmannschaft verdient hat. Doch dass die Begegnung überhaupt zu einem spannenden und vorzeigbaren Finale wurde, ist vor allem der Nachlässigkeit der Bayern zu verdanken, die aus der omnipräsenten Anfangsnervosität der Dortmunder nicht angemessen Kapital schlugen. Nur der Umstand, dass der BVB die ersten dreißig Minuten mit einem schmeichelhaften 0:1-Rückstand überstehen konnte, machte erst den darauf folgenden Kraftakt möglich, welcher mit dem verdienten Ausgleichstreffer in der Nachspielzeit einherging. Nach der erneuten Führung durch Luca Toni, dem Gerd Müller der Postmoderne, hatte Dortmund, das aus dem Nichts vom Gegentor überrascht wurde und in der Verlängerung zunächst an der Sensation zu schnuppern schien, nichts mehr entgegenzusetzen. Trotzdem gab es einige Gewinner auf Seiten der Schwarz-Gelben: Marc Ziegler, der endlich wieder an seine guten Pokal-Vorstellungen anknüpfen konnte; Wörns und Kovac, die eine erstaunlich sichere Innenverteidigung bildeten und nun über einen längeren Zeitraum die Chance zur Bewährung erhalten sollten; Florian Kringe, der mit Durchsetzungskraft und Engagement Inbegriff eines neuen Dortmunder Kampfgeistes wurde.
Vielleicht kann dieses Pokalfinale tatsächlich eine Initialzündung für einen versöhnlichen Bundesliga-Abschluss sein - die Chance dazu sollte man der Mannschaft jedenfalls nicht nehmen, auch wenn vieles gegen eine positive Serie spricht. Zu oft folgten auf gute Ansätze schwache Spiele, zu selten konnte nach guten Leistungen die Spannung bis zum nächsten Spiel aufrecht erhalten werden. Mit dem Erreichen des Uefa-Cups hat die Mannschaft den zweiten Schritt vor dem ersten gemacht - ohne sich in den letzten Jahren in der Bundesliga dauerhaft bewiesen und für einen solchen Wettbewerb empfohlen zu haben. Doch der Uefa-Cup kann auch eine einmalige Chance sein, der Mannschaft die Augen zu öffnen, was alles machbar ist.
Ob Thomas Doll zu diesem Zeitpunkt noch auf Pressekonferenzen seine Floskeln zum Besten geben darf, ist ungewiss. Eine solche Chance zur internationalen Bewährung optimal auszunutzen - dazu gehört eben auch, einen Trainer zu haben, der diesen Anforderungen gewachsen ist. Wer die teils berauschenden Auftritte in der Hinrunde gegen Bremen (3:0) und Bielefeld (6:1) nebst deprimierenden Leistungen gegen Duisburg (1:3) und Nürnberg (0:2) nachvollzogen hat und mit dem Abschneiden des BVBs in der Rückrunde vergleicht, kommt schnell zur Feststellung, dass keine positive Entwicklung stattgefunden hat. Im Gegenteil: Ebendiese positiven Ausreißer wie gegen Bremen und Bielefeld in der Hinserie sind noch seltener geworden und wurden durch uninspirierte, lieblose Auftritte ersetzt. Gelingt es Doll nicht, wenigstens in den verbleibenden Bundesliga-Spielen eine tabellarisch wie spielerisch positive Entwicklung herbeizuführen, disqualifiziert er sich für die kommenden Aufgaben. Denn die Schwächen wie Abwehrverhalten, Spielaufbau und mangelnde Konstanz sind in all den Monaten dieselben geblieben. Dass Doll allerdings - wie gestern im Vorfeld des Endspiels geschehen - öffentlich durch die Verbreitung von Gerüchten so demontiert wird, hat auch ein wenig erfolgreicher Trainer nicht verdient. Aus internen Kreisen wurde die Absicht lanciert, Jürgen Klopp für die nächste Saison als Trainer verpflichten zu wollen - wenige Stunden vor dem vermutlich wichtigsten Saisonspiel.
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